Der letztjährige Auftritt der ZHdK-Theaterstudis begeisterte das Ticinopublikum vollends – der Abend war jung, direkt und spiellustig. Die Fortsetzung dieser Zusammenarbeit liegt nahe – nun mit drei Vorstellungen mit den Studierenden des aktuellen Jahrgangs.
Georg Kreisler hat Lieder geschrieben, die lächeln, während sie den Abgrund öffnen. Sie kommen leichtfüssig daher, als Chanson, Couplet, Kabarettnummer — und stehen im nächsten Moment mitten in den Zumutungen unserer Zeit: Heimatlosigkeit, Entfremdung, Gewalt, Einsamkeit, Sprachverlust, Freiheitssehnsucht und das Misstrauen gegenüber jeder bequemen Wahrheit.
Sieben Schauspielstudierende der ZHdK begegnen den Liedern, Texten und Gedichten von Georg Kreisler nicht als nostalgischem Kabarett, sondern als gegenwärtigem Theatermaterial. Ergänzt wird der Abend durch aktuelle Lieder, die aus heutiger Perspektive auf Kreisler reagieren und seine Themen weiterdenken.
Ein Liederabend über die Zumutung, wach zu bleiben. Und über die merkwürdige Hoffnung, dass selbst im bittersten Witz noch ein Rest von Freiheit steckt.
Mit: Chiara Brandt, Ambra Luna Dimai, Leonard Dribinsky, Matilda Hollrotter, Theresa Kaplick, Valentin Seyffer und Anastasia Zatta
Am Klavier: Moritz Lieberherr
Leitung: Till Löffler
Mitarbeit: Matthias Walter
Foto: Bernhard Fuchs, ZHdK-Abend «TingelTangel» vom Oktober 25 im Theater Ticino
